Gründer Sebastian Sauer mit 38 Jahren verstorben


Ein Rückblick auf gemeinsame Momente in Tokio, Rom, Gran Canaria, Singapur, Mongolei, Mallorca & Düsseldorf.

In Gedenken an Sebastian Sauer

17. November 1987 – 19. Juni 2026
Nachruf von Niclas Ott, Geschäftspartner & Freund

Am 19. Juni 2026 ist Sebastian nach einer zweijährigen Krebserkrankung, die während der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris ihren Anfang genommen hatte, im Alter von nur 38 Jahren von uns gegangen – Gründer, langjähriger Geschäftspartner und vor allem ein enger Freund, dessen Lachen, dessen Geradlinigkeit und dessen tiefe Wärme einen Platz hinterlassen, der nicht einfach zu füllen ist. So groß der Schmerz über seinen Tod ist – am Ende war es für ihn auch eine Erlösung von dem, was er in den letzten Monaten zu tragen hatte. Dass jemand mit so viel Energie und so vielen Plänen für die kommenden Jahrzehnte uns dennoch so früh verlassen hat, macht den Abschied unermesslich schwer.

Ein Neudenker und Andersmacher im Tischtennissport

Sebastian war ein Neudenker und Andersmacher im Tischtennissport. Wo andere bewährte Wege weiter beschritten, suchte er nach neuen, ungewöhnlichen, manchmal überraschenden Lösungen – im Material genauso wie in der Art, wie wir die Marke geführt haben. Er war witzig, lustig und voller Energie, vor allem aber authentisch und nahbar. In einer Welt, in der so viele Menschen Fassaden pflegen, war Sebastian schlicht echt. Er nahm sich Zeit – für jeden. Für den Spitzenspieler genauso wie für den Anfänger, der zum ersten Mal mit Noppen experimentierte. Wer ihn brauchte, fand ihn.

Dazu kam diese seltene Kombination aus tiefer Neugier und einem ausgeprägten Freiheitsdrang. Wenn ihn ein Thema interessierte, tauchte er bis auf den Grund hinab. Und gleichzeitig wollte er immer frei sein – coole Dinge erleben, neuen Menschen begegnen, dem eigenen Kompass folgen. So hat er gelebt, bis zum letzten Tag.

Die Wurzeln der Marke

Sauer & Tröger wurde 2013 von Sebastian gemeinsam mit Pascal Tröger gegründet. Viele Jahre führte Sebastian die Marke alleine weiter, an seiner Seite stets sein Vater Hans-Günter Sauer, der vor allem die Buchhaltung und Logistik federführend übernommen hat und damit das Rückgrat schuf, auf dem alles Kreative aufbauen konnte.

Lieber Hans-Günter, liebe Dolores, unser tief empfundenes Beileid. Ihr habt nicht nur einen Sohn verloren, sondern auch einen Menschen, der mit Sauer & Tröger ein Werk hinterlässt, in dem so viel von euch und ihm gemeinsam steckt.

Sebastian und ich haben uns 2018 kennengelernt, als ich zum SV Windhagen Tischtennis gewechselt war. Aus den ersten Begegnungen am Spielfeldrand wurden schnell lange Gespräche, aus Gesprächen Pläne und aus Plänen Visionen für die Marke. Über zwei Jahre hinweg haben wir gemeinsam Ideen geschmiedet, Konzepte ausgetauscht und an dem gefeilt, was Sauer & Tröger werden könnte – bevor ich 2020 dann offiziell als Gesellschafter dazugestoßen bin und wir Sauer & Tröger mit Tagen und Nächten der Arbeit sowie kreativem Unternehmergeist deutlich wachsen lassen haben.
Inzwischen hat die Tischtennismarke mehr als 300 Partnershops in 50 Ländern.

Eine Marke als Spielwiese

Was Sebastian an Sauer & Tröger immer wichtig war, war die Idee einer Spielwiese – ein Ort, an dem Kreativität gelebt werden darf und Noppenspieler ihre Vielfalt ausleben können. Hinter jedem Belag, jedem Cover, jedem Produktnamen sollte eine Bedeutung stehen, etwas Persönliches, das eine Geschichte erzählt, auch wenn nicht jeder sie sofort erkennt. Aus dieser Haltung sind Projekte wie die Noppen-Unterhose mit Bruno Banani oder der Noppenrap entstanden – Momente, in die Sebastian seinen Humor und seine Markenphilosophie auf eine Art einfließen ließ, die nur er konnte.

Gemeinsame Reisen und Momente

Über die Jahre haben wir gemeinsam viel erlebt. Geschäftlich waren wir bei unseren Partnershops in Tokio, Prag, Paris, Ungarn, Dubai und Singapur etc. Sebastian hat seine Noppen-Lehrgänge in Südkorea, Zypern, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und vielerorts in Deutschland veranstaltet – immer mit demselben Spirit von Augenhöhe, Offenheit und Spielfreude.

Daneben standen die Momente, in denen wir einfach gemeinsam unterwegs waren, Freizeit und Geschäftliches häufig verbunden haben und Tage, an denen nicht der nächste Geschäftsabschluss zählte, sondern Gespräche, Spaziergänge und gemeinsames Lachen – Zeit, in der eine Freundschaft auf eine Tiefe gewachsen ist, die uns hat gemeinsam wachsen lassen.

Ein herzensguter Mensch

Sebastian war herzensgut, und dieses Wort gebrauche ich nicht leichtfertig. Er konnte zuhören wie kaum jemand. Er hielt seine Versprechen. Er hat auch in schwierigen Momenten den Anstand und die Wärme nicht verloren. Mitarbeiter, Partnershops, Spieler, Kunden, Fans – sie alle erlebten denselben Sebastian. Er war ein Vorbild dafür, wie man im Geschäftsleben und im Privaten gleichzeitig erfolgreich und anständig sein kann.

Was bleibt – und was weiterlebt

Ein besonders schönes Bild dafür, wie Sebastians Wirken weiterlebt, ist der Board Ape vom Cover unseres aktuellen Belags Monkey. Dieser Affe – ursprünglich nur als Cover-Motiv gedacht – lebt nun auch auf dem Trikot der Bundesliga-Vereine Grenzau und Köln weiter.

Wir – das Team von Sauer & Tröger – sehen es als unsere Verantwortung, das fortzuführen, was Sebastian, Pascal und Hans-Günter über so viele Jahre aufgebaut und geprägt haben.

Ein letzter Gedanke

Lieber Sebastian, du hast mir und so vielen Menschen so viel geschenkt – an Begeisterung, an Freundschaft, an Ehrlichkeit, an gemeinsamen Stunden. Du wolltest immer frei sein. Wir versprechen dir, dass das, was du mit aufgebaut hast, weiter ein Ort dieser Freiheit bleibt: eine Spielwiese, auf der Originalität willkommen ist, Kreativität gefeiert wird und jeder Spieler seinen eigenen Weg gehen darf.

38 Jahre. Viel zu früh.

Mach's gut. Du fehlst.

Niclas Ott
und das gesamte Team von Sauer & Tröger


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